Christusfenster

Die Fenster der Christuskirche wirken gotisch durch die Form, wenn auch ihre Spitzbogen kein Maßwerk haben. Sie werden betont durch die kräftige Einfassung der gemauerten Rundstäbe und ihre Verzahnung mit der sie umgebenden Wand. In stärkstem Maße wirken sie jedoch durch ihre Helligkeit und unterschiedlich durch ihre Farbgestaltungen. Hier ist eine klare Rangfolge erkennbar, die sich vom Langhaus zum Chor steigert.

Die Langhausfenster und die unteren Querhausfenster haben einfaches leicht getöntes Kathedralglas in einem geometrischen Raster aus Rauten, Bändern und Kreisen innerhalb eines blauen oder roten Randstreifens mit farbigen Einlegern. Sie bringen das Tageslicht direkt in den Gemeinderaum dorthin, wo es gebraucht wird.

Das zentrale Fenster in der Chorscheitel stellt den Höhepunkt der Glasmalerei in der Christuskirche dar. Es zeigt Christus in einer außen roten, innen hellgrünen, gerafften Toga mit goldener Borte über weißem Untergewand. Christus steht dem Betrachter frontal gegenüber, schaut fest an und erhebt die rechte Hand zum lehrenden Hinweis und zum Segen. Die Linke streckt er dem Betrachter einladend entgegen. Seine betont schöne Darstellungsweise steht in der Nachfolge der Nazarener; also im Gegensatz zu der ihn umgebenden idealisierten gotischen Bogenarchitektur. In ihr erheben sich zwei überschlanke weiße Pfeiler vom gestuften Sockel an der Fensterunterkante in fünf verschiedenartig verzierten Abschnitten, abwechselnd durch goldene Giebel, Dächlein und Kapitelle voneinander getrennt. Sie enden in Fialen.

Die zarten Pfeiler tragen einen auch farbig reichen Wimperg mit hängendem Maßwerk, Krabben und Kreuzblume; sein goldfarbenes Giebelfeld zeigt einen Dreipass. Diese imaginäre gläserne Architektur steht in einem genasten Spitzbogen vor einem roten Hintergrund und zeigt, eingefasst durch einen blauen Perlstab, alles das an gotischen Zierfarmen, was die schlichten Backsteinformen der Kirche so nicht haben.
In dieser hochgotischen Arkade steht Christus mit einem Kreuz im goldenen Nimbus als der Erhöhte auf dem bewachsenen Erdboden vor einem gemusterten und mit Fransen gesäumten Teppichvorhang vor einem dunkelblauen Himmel. Zu seinen Füßen befindet sich eine festungsartig gemauerte gotische Wand mit genasten Spitzbogenfenstern, vor die wie eine Kulisse eine zur Mitte gestufte, mit goldenen Krabben und Kreuzblumen besetzte phantastische Architektur gestellt ist. Sie öffnet sich in einem größeren zweibahnigen maßwerkgeschmückten Mittelfenster, dessen Bogenöffnungen in negativer Malerei mit blauen Ranken gefüllt sind, und vier seitlichen, rot hinterlegten kleineren Spitzbogen.

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