Grundstein

Der Grundstein der Kirche vom 14.4.1898 birgt unter anderem
den hier wiedergegebenen Text.

Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes! Amen!

Im Jahre des Heils nach Christi Geburt 1898, im dreiundsechzigsten Jahre des Bestehens der Gemeinde, im zehnten Jahre der Regierung Sr. Majestät des Königs von Preußen, Wilhelm II. Kaiser von Deutschland, am ... des Monats ist in Gegenwart der Presbyier und Repräsentanten und der evangelischen Gemeinde dieser Grundstein zu einer neuen evangelischen Kirche in Warendorf i/W gelegt worden.
Was seit mehr als drei Jahrzehnten geplant und erwogen, vorbereitet und versucht ist, ist durch Gottes Hülfe zu seinem glücklichen Ziel gekommen.
Schon längst hatten die kleinen Räume der durch die Munificenz Friedrich Wilhelm III. geschenkten Kapelle den gottesdienstlichen Bedürfnissen der zahlreich um Gottes Wort sich scharenden Gemeinde nicht mehr genügt.

Schon längst war der Gedanke eines Kirchenbaues der Gegenstand mannigfacher Verhandlungen.
Aber erst den unablässigen Bemühungen des verstorbenen Pfarrers Thiemann, einem einhelligen Einverständnis mit dem gesamten Presbyterium und der größeren Gemeindevertretung ist es gelungen, alle entgegenstehenden Schwierigkeiten so weit zu überwinden, daß die nunmehr zum Kirchbauplatz ausersehenen Grundstücke angekauft und das Bauprojekt durch den Regierungsbaumeister Siebold ausgearbeitet und nach erlangter Genehmigung durch das königliche Consistorium zur Ausführung beschlossen werden konnte. Leider ist es ihm nicht vergönnt gewesen, selbst die Vollendung des Baues zu erleben. Ein rascher Tod raffte ihn am 14. August 1897 noch vor dein Beginn der Bauarbeiten dahin. Da aber die Gemeinde in ihren berufenen Organen selbst das wärmste Interesse dem Kirchneubau entgegenbrachte, so konnte auch der Verlust des thätigsten Förderers des Werkes selbst nicht aufhalten: Der Grundstein darf heute gelegt werden, so Gott will, wird noch in diesem Jahre die Gemeinde in ihrem neuen Gotteshause die schönen Gottesdienste des Herrn feiern dürfen.

Wir aber, die wir heute an diesem Grundstein stehen, bitten Gott den Herrn als den rechten Baumeister seiner Kirche, dass er dieses Werk, das wir in seinem Namen begonnen und wir im Vertrauen auf seine Gnade zu einem glücklichen Ende zu führen hoffen, fördern und segnen wolle, bitten ihn in Sonderheit, dass wie wir jetzt diesen Eckstein legen zu dem sichtbaren Gotteshaus, er selbst in seinem lieben Sohn, unserm Heiland Jesus Christus, der rechte Eckstein sei für das geistliche Gotteshaus, zu dem wir durch seinen heiligen Geist erbaut werden sollen als lebendige Steine, bitten ihn darum, daß nicht anderes dereinst in diesem Gotteshaus gepredigt und gelehrt werden möge, als was sich gründet auf diesen einen ewigen Eckstein, Jesus Christus, den für uns gestorbenen und auferstandenen Weltheiland in getreuer ... mit dem Zeugnis ... in Gottes Bibel des Alten und Neuen Testaments und in fröhlichen ... an das evangelische Bekenntnis unserer Väter der Reformation.

Gegeben zu Warendorf i/W den ... 1898
das Presbyterium der evangelischen Gemeinde:
Die Repräsententanten der evangelischen Gemeinde:

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