Aufruf zur 53. Aktion „Brot für die Welt“ Land zum Leben – Grund zur Hoffnung

Aufruf zur 53. Aktion „Brot für die Welt“ Land zum Leben – Grund zur Hoffnung

Von der Landwirtschaft können heute in Deutschland immer weniger Menschen leben. Viele Bauern mussten in den letzten Jahren und Jahrzehnten ihre Höfe aufgeben. „Land“ – das ist für die meisten von uns nur noch das Fleckchen Erde, auf dem das Haus steht und vielleicht noch ein Stück Garten zu unserer Erholung. Wir brauchen kein Land, um uns ernähren zu können.

In den Ländern des Südens hingegen stellt Land für viele Menschen die Lebensgrundlage dar. In den meisten ländlichen Gebieten ist ein Stück Land oft die einzige Möglichkeit, sich und die Familie ernähren zu können. Auch die Welternährung hängt daran. Bäuerinnen und Bauern in den Entwicklungsländern brauchen „Land zum Leben“. Grund und Boden im eigenen oder im gemeinschaftlichen Besitz – das ist für viele „Grund zur Hoffnung“.

Doch viele Kleinbauernfamilien haben nicht genug Land, um davon leben zu können. Ihre Parzellen sind klein, die Böden schlecht. Die Hälfte aller hungernden Menschen auf der Welt sind Kleinbauernfamilien, die nicht genügend fruchtbares Land zum Leben haben. Was ihnen fehlt, haben andere zu viel: Großgrundbesitzer und Konzerne aus dem In- und Ausland, manchmal sogar fremde Staaten verfügen dort oft über riesige Ländereien. Darauf werden heute immer häufiger Futtermittel, Energiepflanzen und andere Exportprodukte angebaut. Wo aber Soja für unsere Schweine oder Zuckerrohr für unseren „Biosprit“ wächst, dort kann die Ernährung für die einheimische Bevölkerung nicht mehr gesichert werden.

In Argentinien unterstützt der „Brot für die Welt“-Partner ASOCIANA die Wichí-Indianer, die im Urwald des Gran Chaco leben. Großgrundbesitzer und internationale Firmen holen sich dort nicht nur das Land der Kleinbauern, sondern roden auch illegal den Wald der Wichí, um Futtermittel für den Export anzubauen. So wird den Kleinbauern und den Wichí das Land geraubt, das sie zum Leben brauchen und das ihnen auch rechtmäßig zusteht. ASOCIANA, eine Organisation der anglikanischen Kirche, unterstützt die Menschen, ihr Recht auf Land bei den argentinischen Gerichten einzuklagen – mit Erfolg! In jüngster Zeit hat der Oberste Gerichtshof mehreren indigenen Gemeinden Land zugesprochen.

Die biblische Überlieferung erinnert uns daran, dass jede bäuerliche Familie ein Stück Land als „Erbteil“ braucht, um auf diesem Land leben und arbeiten zu können. Als König Ahab gewaltsam das Land des freien Bauern Nabot an sich reißt, lässt Gott den Propheten Elia dieses Unrecht als Landraub anprangern. Land zum Leben – Grund zur Hoffnung: Es darf um Gottes Willen nicht sein, dass Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aufgrund von Profitinteressen anderer ihr Land verlieren. Land zum Leben – Grund zur Hoffnung: Dafür setzen wir uns ein. Auch Sie können dazu beitragen: Machen Sie mit bei der 53. Aktion von „Brot für die Welt“.

Präses Dr. Nikolaus Schneider, EKD

Präsident Johannes Stockmeier, DW

Emanuel Brandt

Dr. Ulrich Seelemann

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